Leben im Zelt bei Fischern auf Langkawi

Der Lfug nach Langkawi dauert nur eine Stunde. Bereits beim Anflug sieht man die vielen kleinen Inseln rund um Langkawi. Es sieht aus wie in einem Reisekatalog. Das frische Grün der bewaldeten Berge und das blaue Wasser der Sandstrände ergeben einen wunderbaren Kontrast.

Wie auch schon in Nepal war ich auf der Suche nach einem Ort zum Leben, der nicht touristisch geprägt war. Meine ersten beiden Nächte verbrachte in dem „Sea Gypsy Guesthouse“ welches von Leena einer einhaimischen jungen Frau und ihrem europäischen Freund geführt wurde. Das Zimmer war klein aber völlig ausreichend um auf Langkawi anzukommen und Schlaf nachzuholen, denn Kuala Lumpur war aufreibend und ich hatte wenig Schlaf.

Nach den beiden Tagen im Sea Gypsy zog ich um in die Nähe von Kuah. Einer kleinen Stadt Südosten der Insel. Dort traf ich mich mit Genzo einem Fischer. Er brachte mich ca. 10 Minuten mit dem Auto entfernd in ein kleines Fischerdorf. Ich schnappte meinen Rucksack und ging ihm hinterher. Vorbei an Fischerhutten und einem felsigen Strandabschnitt der freilag auf Grund der Ebbe, führte er mich an einen abgelegenen Ort nahe am Rand des Jungels gelegen nahe am Wasser. Es war traumhaft schön dort. Keine Menschen weit und breit und nur ein kleines Camp erbaut von einem Fischer. Die Materialien der er verwendete um diese kleine Oase zu errichten wurden entweder vom Meer angespült oder im Umfeld aufgesammelt und verwertet.

Mit einfachsten Mitteln erschuff der Fischer dort seine eigene kleine Welt aus Holzstämmen, Wellblceh und was vielen anderen Dingen. Es gab eine Kochstelle, eine primitive Dusche und eine Art Podest auf dem ein Zelt stand, welches er vermietete. In dem durft ich dann einziehen. In der Ferne hörte man Fischerboote rattern, sah Inseln und ich hatte das Gefühl ein Gestrandeter zu sein. Es war wirklich schön dort solange die Sonne schien und es trocken war.

Morgens ging ich den geheimen Weg zurück ins Dorf und kaufte Wasser zum Trinken und Obst was gerade an jeweiligen Tag angeboten wurde. Ich machte Bekanntschaft mit einigen Einheimischen die ich so jeden Tag wiedersah. Mit den Tagen wurde mir immer klarer wie arm diese Menschen waren. Wie hart es für sie sein muss täglich zu überleben. Sie hatten keine Kreditkarte, noch kannten sie UBER um von A nach B zu kommen. Alles was sie hatten war ihr kleiner selbstgebauter Verkaufsstand mit Eisetee, Obst und gebratenem Fleisch in den verrücktesten Varianten. Ab und an hielt ein Einheimischer mit seinem Roller an, wenn ich zu Fuss zurück zum meiner Strandfestung ging. Ich wurde gefragt woher ich käme und ob ich mitfahren wollte. Die Offenheit und Freundlichkeit der Einheimischen berührte mich und gleichzeittig machte sie mich auch oft misstrauisch. Ich kenne dieses offene und sehr freundliche Verhalten nicht aus Deutschland. Ich beobachtete sie manchmal wie sie einfach vor ihren Fischerhäusen lagen, nichtstuend. Immer hatten sie ein Lächeln übrig und gaben mir an manchen Tagen damit Kraft und Hoffnung meine Reise weiterzuführen. Als ich dort so allein in meinem Zelt lebte, kamen viele Gedanken an die Heimat, meine Mutter, meine Freunde ja sogar an ehemalige Kollegen. Reisen ist nicht immer Sonnenschein und Ballermann. Im Gegenteit. In dieser Zeit im Zelt habe ich wirklich realisiert wie gut wir es doch alle im Westen haben. Wie viel Luxus in einer einfachen trockenen Wohung steckt mit fließendem Wasser, einem Bett in dem es sich gut schlafen läßt und trockener Kleidung samt trockenem Hab und Gut. An einem Ort leben zu dürfen an dem ich nicht jeden Tag Wasser abkochen muss um es trinken zu können, an dem ich mir die Zähne putzen kann ohne Gefahr zu laufen krank zu werden auf Grund von Bakterien im verdreckten Wasser.

Leider hatte ich auf Langkawi kein gutes Reisekarma was das Wetter anging. Regentage ohne Ende. Darum endete meine Malaysiareise auch schon nach zehn Tagen. Vielleicht waren oder werden es die intensivsten Tage meiner ganzen Reise sein. Ich bin dem Fischer und seinem Domizil sehr dankbar. Ich wünsche ihm, dass er glücjlich ist in jedem Moment auch wenn es sicher nicht der Fall sein wird. Sein Leben ist hart und bestimmt von der Natur. Aber so wie ich ihn kennenlernen durfte, kennt er es nicht anders und wird sicher bis zum letzten Tag seines Lebens dort verweilen, Fische fangen, auf das Meer blicken und den Vögeln und Affen lauschen.

Wer sich für einen Trip dieser besonderen Art interessiert kann im Internet nach „GEZAMBO TENT“ recherchieren. Ich kann es jedem Abendteurer nur empfehlen diese Erfahrung zu machen, darauf angewisen zu sein mit sehr wenigen Mitteln zurecht kommen zu müssen. Und sei es nur täglich 20 Minuten bei Hitze und Regen zu einem Shop zu gehen um sein Bedarf an Wasser und Nahrung decken zu können.