Endeckungstour rund um das Kopan Kloster

Wir haben täglich von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr Zeit um uns von den doch sehr intensiven Stunden der Teachings und Mediationseinheiten zu erholen. Heute habe ich mich entschieden nach dem Mittagessen eine kleine Wanderung zu starten und auf Entdeckungstour zu gehen. Das Schöne an Nepal ist, es braucht nicht immer eine Trekkingtour in den hochgelegenen Bergen zu sein. Ich war nicht mehr als einen Kilometer rund um Kopan unterwegs um mich von Land und Leuten inspirieren zu lassen. Wer noch nicht so vertraut mit Nepal ist wie ich, hat auch nach zwei Wochen noch immer Freude an den bunten einfachen Häusern die wie Pilze aus dem Boden wachsen. Oder wildwachsendem Bambus der hoch hinaus in den Himmel wächst. Immer wider flattern Gebetsfahnen im Wind. Ich habe mir Zeit genommen und versucht die Umgebung bewusst wahrzunehmen. Gerüche, Töne und den Boden unter meinen Füßen. Den Blick in die Ferne gerichtet stehen am Horizont die Berge, die mal gut und mal weniger gut zu sehen sind und am blauen Himmel steht die Sonne, die auch jetzt im November zur Mittagszeit immer noch genügend Wärme abgibt um ins Schwitzen zu kommen.

Auf meiner kleinen Wanderung folgte ich einfach einem Pfad der mich in ein Waldgebiet führte. Auch hier war die Vielfalt Nepals deutlich spürbar. Von der Novemberhitze ging ich in eine leicht feuchte und kühle Zone. Mehr Bambus und frisches Grün anstatt Staub und Trockenheit. Den steilen Berg hinauf stiefelte ich in kleinen Schritten entlang Gemüsegärten die Einheimische terrassenartig angelegt hatten. Immer wieder zweigte sich der Trampelpfad und ich folgte einfach weiterhin meiner Nase. Mal links herum dann mal wieder rechts herum. Unterwegs traf ich einen jungen Nepali und wir plauderten über die Schönheit seiner Heimat. Dann ging ich weiter bis ich wieder auf dem Weg angekommen war der zum Kloster führte. Es war eine schöne kleine Expedition mit vielen Eindrücken die mich gänzlich zufrieden stellte und glücklich machte.

Was jedoch leider immer wieder ins Auge stach ist der ganze Dreck den die Nepalis wirklich bis in jeden noch so kleinen Winkel ihres Landes tragen. Vor ein paar Tagen war ich mit einer Kursteilnehmerin unterwegs und wir haben einfach beim Gehen Müll eingesammelt. Es war für uns nicht nachvollziehbar dass uns Nepalis merkwürdig ansahen und sicher nicht verstanden warum wir dies taten. Ich persönlich denke es gibt kein Gefühl für Umweltschutz. Es ist schade zu sehen wie wenig die Nepalis (nicht alle) ihre Heimat zu schätzen wissen. Oder es ist einfach falsches Denken von mir. Nepal hätte es wirklich verdient eine Art Abfallentsorgung im großen Stil zu bekommen. Es wäre von Seiten der Regierung ein großer Schritt wenigstens hier seiner Bevölkerung unter die Arme zu greifen. Für jene die sich jetzt vielleicht denken es stinkt vielleicht in Nepal wegen dem Dreck, denen sei gesagt es stinkt nicht, es ist einfach nur sehr schade dieses Land so vernachlässigt zu erleben.