Auf dieser speziellen Seite möchte ich kurz auf das Thema „Reisen mit Depression“ eingehen. In der Hoffnung, das Betroffene diesen Bericht finden, im besten Fall Einsicht erlangen und ihren Lebensstil sowie Lebensinhalt zu Gunsten der Genesung ändern werden. Der nun folgende Inhalt beruht auf eigenen Erfahrungen. Sowohl mit dem Krankheitsbild als auch mit der Veränderung des Lebens.

Seit 2009 liegt bei mir eine Rezidivierende depressive Störung vor. Dies bedeutet, dass ich unter gewissen Umständen oder in bestimmten Lebenssituationen dazu neige, leichte bis schwere depressive Episoden zu entwickeln. In schweren Episoden, die zwischen einer bis mehrere Wochen anhalten kann, stehe ich oft neben mir und kann nur als Beobachter meines Lebens fungieren. In solchen Episoden kommt es meist dazu, dass ich unzureichend AKTIV werden kann. Sprich, durch ein totales Erschöpfungsgefühl und immer kreisende Gedanken kann ich kaum einem geregelten Alltag nachkommen. Alles ist irgendwie blöd und anstrengend, von der Arbeit bis zu Menschen in meinem Umfeld. Ich bin gereizt und verfüge nur über mäßige Konzentration. Schwächen die Episoden ab, kommt es zum bipolaren Effekt, ich könnte die Welt aus den Angeln heben und alles scheint sehr gut zu laufen. Die Stimmung klebt am Himmel. Beide Zustände sind natürlich nicht „normal“. Mit Medikamenten wie Quetiapin in meinem Fall, kann da ganz gut gegengesteuert werden. Aber einem Leben mit Pillen und dem ständigen Auf und Ab kann ich nicht zustimmen. Besonders anstrengend sind für mich Arbeitsumfelder wie Großraumbüro, viele Menschen und die stetige Kopfarbeit als Grafiker. 40 Stunden wöchendlich kreative Leistung zu erbringen, ist einfach nicht mehr möglich. Was jedoch möglich ist, ist das Körperliche, also ändere ich meinen Lebensstil und gehe weg von der Kopfarbeit hin zur körperlichen Betätigung, dem Wandern.

Neben jahrelangen therapeutischen Unternehmungen habe ich mich selbst mit alternativen Heilmethoden beschäftigt. Die Inder sehen Essen beispielsweise als Medizin. Sie kochen ayurvedisch also individuell auf Körper und Geist abgestimmt. Körperlich habe ich mit der Zeit meinen Weg für mich gefunden. Bewegung in Form von Wandern ist perfekt. Was das geistige angeht, so bin ich über den japanischen ZEN-Buddhismus zum tibetischen Buddhismus gekommen. Genauer gesagt über ein sehr spannendes und inspirierendes Buch „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben„. Ich empfehle jedem dieses Buch zu lesen. Es geht hierin nicht nur um Buddhismus, sondern viel mehr darum, sich bewußt zu werden, das alles endlich ist. So auch unser eigenes kurzes Leben. Es hat lange gedauert bis ich wieder „lebensfähig“ wurde. 2016 zog ich aus Berlin nach Leipzig. Die letzen Tage meiner Reise, welche ich in Kopan verbrachte, trieben mich in eine große Unruhe und in Verzweiflung. Ich wollte nicht zurück in das alte Leben, aber ich musste. Zurück in meiner Wohnung wurde ich nahezu verrückt. Mein Geist hing so sehr an dem Erlebten, dass ich anfing einen Plan zu schmieden. Ich wusste, im November gibt es einen fünfwöchigen Gruppen-Retreat in Kopan. Jeden Tag dachte ich daran, wieder loszumachen, plante alles Notwendige und schleppte mich mit aller Kraft und wenig Lust zur Arbeit. Episoden kamen und gingen. Vielleicht werden Sie mich nie ganz verlassen, aber das Gefühl, alles Alte loszulassen ist berauschend, ist befreiend. Fazit: Ich wünsche Betroffenen Kraft, Willen und gute Menschen im Umfeld. Wer kann, sollte diese Weit-Weg-Erfahrung machen. Dabei Spielt es keine Rolle wohin. Die Hauptsache ist, VERLASSE DEINE KOMFORTZONE, das Leben ist sehr sehr kurz!

Was mir persönlich jedoch am meisten half auf dieser Reise, war der zehntätige Aufenthalt im Kopan Monastery. Ein magischer Ort mit vielen lustigen tibetischen Mönchen, tollem vegetarischen Essen und die Lehren über die Mahayana Tradition inklusive Meditation. In einem meiner Post berichte ich über diese Zeit. In vielen Gesprächen mit guten und erfahrenen Menschen, die ihr Leben völlig umgestellt haben, ihre Jobs kündigten, ihre Wohungen aufgaben um einfach frei zu leben, erkannte ich innerlich, was zu tun war. Es ist etwas anderes darüber zu lesen, als den völligen Ausstieg aus dem bisherigen Leben zu wagen. Oft hatte ich von solchen „Aussteigern“ gelesen. Es war fesselnd und faszinierend, aber geändert hat es mich erst, als ich mich mit solchen Menschen unterhielt. Gefangen in alten Mustern, Ängsten und sicher auch Faulheit, wirklich etwas grundlegend ändern zu wollen, waren bisher die Gründe, in meiner Komfortzone zu verweilen. Die letzen Tage meiner Reise, welche ich in Kopan verbrachte, trieben mich in eine große Unruhe und in Verzweiflung. Ich wollte nicht zurück in das alte Leben, aber ich musste. Zurück in meiner Wohnung wurde ich nahezu verrückt. Mein Geist hing so sehr an dem Erlebten, dass ich anfing einen Plan zu schmieden. Ich wusste, im November gibt es einen fünfwöchigen Gruppen-Retreat in Kopan. Jeden Tag dachte ich daran, wieder loszumachen, plante alles Notwendige und schleppte mich mit aller Kraft und wenig Lust zur Arbeit. Episoden kamen und gingen. Vielleicht werden Sie mich nie ganz verlassen, aber das Gefühl, alles Alte loszulassen ist berauschend, ist befreiend. Fazit: Ich wünsche Betroffenen Kraft, Willen und gute Menschen im Umfeld. Wer kann, sollte diese Weit-Weg-Erfahrung machen. Dabei Spielt es keine Rolle wohin. Die Hauptsache ist, VERLASSE DEINE KOMFORTZONE, das Leben ist sehr sehr kurz!

HAST DU FRAGEN – DANN MELDE DICH

An dieser Stelle möchte ich Dir gern die Möglichkeit einräumen, mich bei Fragen zur Thematik zu kontaktieren. Ich weiß wie hilfreich es sein kann, Informationen aus erster Hand zu bekommen. Bitte schreibe keine langen Mails. Versuche Dich auf das Wesentliche zu fokussieren, denn ich werde nicht immer viel Zeit haben. Aber eben genug Zeit, um Deine Fragen zu beantworten. Verspätet sich eine Antwort, so liegt es daran, dass ich nicht immer eine Internetverbindung erreichen kann. Für mich gut, jedoch für Dich mit etwas Geduld verbunden. Ich melde mich auf jeden Fall. Viel Kraft und Willen wünsche ich bis zu meiner Rückmeldung! HIER GEHTS LANG