Zehn Tag in einem buddhistischen Kloster. Alles fing mit einer weiteren Taxifahrt vom Hotel in Kathmandu hoch in das in den Bergen liegende Kopan Kloster an. Es ist ein Kloster in dem die Mahayana Tradition gelehrt wird. Eine der ältesten Traditionen des Tibetischen Buddhismus. Bereits die Fahrt zum Kloster war mal wieder eine Kunst für sich. Unbefestigte „Straßen“, ein Auto was beinahe auseinander zu fallen drohte und ein total entspannter Fahrer. Schaukelnd bewegten wir uns im Schritttempo den steilen Berg hinauf.

Am Ziel angekommen, öffnete sich nach mehrmaligem Hupen ein großes Tor. Ein sehr schmächtiger und langgewachsener Mann öffnete uns mit einem Grinsen die Pforte ins buddhistische Reich. Voller Ehrfurcht und mit großen Augen stieg ich aus dem Taxi. Sah mich um und fragte zwei junge Menschen die vor einem Cafe im Kloster saßen, ob ich denn hier wirklich in Kopan sei. Kopfnickend und bejahend zeigten mit dem Finger auf den Eingang der Rezeption. Voller Leichtigkeit schnappte ich meine Sachen und ging entspannt, um mich anzumelden.

Die Anmeldung ging recht fix, nur einen Zettel ausfüllen, die Creditkarte durchziehen lassen und schon war das Doppelzimmer mit Dusche, die Vollverpflegung (vegetarisch) und der Kurs bezahlt. Easy … Einer der vielen Mönche brachte mich zum Zimmer und verschwand mit einem Grinsen. Das Zimmer war gut gelegen, ich hatte einen tollen Ausblick ins Tal. Dazu eine eigene Dusche mit WC. Coole Sache. Ich packte einen Teil meiner Sachen aus, stülpte mir Sandalen an, schnappte meine Kamera und ging erstmal auf Erkundungstour.

Das Areal ist nicht sehr groß, aber es gibt alles was man im Kloster braucht. Einen Garten mit Stupas und anderen schönen Dingen, einen großen Essenraum mit Dachterrasse, eine große bunte Gebetshalle in der bereits die Minimönche murmelten und Sanitäranlagen wie auf einem DDR-Zeltplatz – muffig aber ausreichend für kleine und große Geschäftsideen. Alles ganz einfach gehalten und total gut um runter zu kommen. Ich laß mir ein paar Infos am Schwarzen Brett hingen durch und knipste vor mich hin.

Auf dem Weg zum Zimmer sah ich einen etwas älteren Mann auf einer Treppe sitzen und fragte ihn nach seinem Namen. Er sagte mit breitem Grinsen und großen Augen „My name is Craig and your?“. Schon war das erste Gespräch gestartet. Wir unterhielten uns über Dinge wie, wo wir her kommen, wie alt wir sind und so weiter. Ich fragte ihn ob er wüßte wie viele Besucher zum Kurs kommen würden. Ich habe so an 30 gedacht, er sagte dann 160. Hui, dann doch so viele.

Am Nachmittag traf dann mein Zimmerkumpel ein. Andrew aus Kanada. Was ein feiner Kerl. Wir haben gut gelacht in der gesamten Zeit. Haben rumgesponnen und die Toilette zur „Time Machine“ getauft, da sie einen alten Boiler hatte und wir das Ding jeden Morgen um 5 Uhr für den Duschgang starteten. Dann hieß es immer „Time Machine on?“ Yes Bud … Lachen, Reden, aber auch ein strammes Tagesprogramm.

Der Kurs den wir alle belegten ging im Grunde um eine Einführung in den Tibestischen Buddhismus. Da ich das „Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“ bereits vor meiner Reise gelesen hatte und mich dadurch auch inspiriert fühlte nach Kopan zu reisen, kannte ich einige Inhalte bereits. Dennoch war es eine einschneidende Erfahrung dies alles life zu erleben. In einem Kloster mit richtigen Mönchen und einer Unterrichtung die wahrhaft nahe ging. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen, denn A würde es viel zu viele Worte brauchen, um diese zehn Tage zu schildern und B muss jeder selbst dort hin um das zu ERLEBEN. Kein Buch dieser Welt wird das Thema und diese Inhalte so nahe bringen wie ein authentischer Unterricht in Buddhas Lehren, Meditation und Geistesschulung. Und wenn man auf die Gesamtkosten blickt fragt man sich ob man träumt, denn auch die Verpflegung ist in diesen Tagen sowas von Hammer gut gewesen, dass es mich wundert nicht zugenommen zu haben. Im Ernst wer vegetarisches Essen bevorzugt, wird dort sein Paradis finden.

Kurze Info zum Tagesinhalt:
Morgens Tee, Meditation, Frühstück, Teaching, Mittagessen, Diskussionsrunde, Teaching, Abendessen, Meditation, Abschlussrunde

Es wird anfangs ausdrücklich darum gebeten sich in eine Liste einzutragen, um nach den Essenspausen beim Abwaschen der Teller und Tassen zu helfen. Jeder kommt einmal dran soviel ist sicher und nach so einer Runde Abwasch weiß man auch was man getan hat. Gutes Karma ist dabei Nebensache. Viel schöner ist das Lächeln des Personals und man lernd Leute kennen.

Im Allgemeinen möchte ich noch sagen, dass alle Menschen die dort waren total freundlich und bodenständig waren. Natürlich gibt es Momente wo man tiefgründig nachdenkt und man sich darüber bewußt wird was das eigene Leben bisher war oder wie es bislang lief. Man hat auch einen Tag an dem man nicht mehr hören will was im Teachning zu erfahren ist. Man kann das Kloster auch verlassen um einen Tee zu trinken oder das Umfeld zu erkunden. Es gibt einen kleinen Shop auf dem Klostergelände in dem man Süßes bekommt, Kleidung, Seife und was weiß der Geier. Es gibt eine Bibliothek in der man entspannt Bücher lesen kann. Die Auswahl ist sehr groß und mehrsprachig.

Wenn Du mit dem Gedanken spielst dort hin zu reisen empfehle ich Dir den Kurs im April über Ostern. Denn dann ist dort richtig gutes Wetter, Sonne ohne Ende und das über Kathmandu! Nimm Dir zehn Tage deines Lebens und wundere dich nicht, wenn du danach anders tickst. SHARE HAPPINESS AND BENEFIT OTHERS!