Evergreen Eco Lodge – Backpacker Oase

Als ich vor 4 Tagen mit dem Bus von Kathmandu nach Sauraha konnte ich nicht ahnen, was für eine gute Zeit mich dort erwarten würde. Die Busfahrt von Kathmandu nach Sauraha dauerte etwas über sieben Stunden. Es ging Berg auf und Berg ab über eine sagen wir mal nicht so gut ausgebaute Straße durch die Natur Nepals. Vom staubigen Kathmandu ging es in eine subtropische Gegend mit hoher Luftfeuchtigkeit und angenehmem Klima. Der Entschluß diese Reise nach Sauhare anzutreten kam sehr spontan. Ich traf Anke, die ebenfalls in Kopan zum Kurs gewesen war, traf ich in Bhaktpaur einen Tag zuvor. Sie fragte mich, ob ich Interesse an einer gemeinsamen Reise mit Adrian in den Jungel Nepals hätte. Ich sagte zu und so fuhren wir gemeinsam nach Sauhara. Adrian war Pole und auch in Kopan. So klein ist die Welt.

Das erste Hotel in Sauraha war gut für eine Nacht. Am nächsten Tag sprach ich mit einer älteren Dame aus den Niederlande die einen Pankace Laden in Sauhara führte. Ihr Name ist Martina. Ihr Laden nennt sich „Pancake House Sauhara“. Sehr zu empfehlen! Matrina gab mir den Tip dass es eine Eco Lodge in Sauhara gab. Anke und ich entschlossen uns dort einzuziehen.

Wir packten unsere Rucksäcke und zogen um in ein Eco-Dörfchen mit etwa fünft bis sieben kleinen Bungalows aus Bambus. Ein alter Bus stand ebenfalls auf dem Gelände, er dienste als Dormroom. Für 300 Rupies die Nacht zog ich dort ein und war nun Bewohner eines Busses mit Löchern und alten Vorhängen.

Ich habe in dem Bus sehr gut geschlafen. Das Klima war dufte und das Moskitonetz inklusive. Besten Dank an die Crew. Dieser Ort ist paradiesisch gut auch Dank seiner Gastfreundlichkeit.

Das Konzept des kleinen Resorts war absolut genial. So gut wie alles war aus Bambus gebaut. Orte wie der Empfang und die Outdoor-Duschen waren zum teil gemauert zum teil mit Glasflaschen erbaut. Die Toiletten wurden nicht bewässert sondern mit feinen Bambusspänen nach jedem Toilettengang aufgehäuft und je nach Dringlichkeit der Besucher wurde der Kopost dann entsorgt. Alles war wirklich sehr sauber und bunt bemalt. Anke schlief zwei Nächt in einem Baumhäuschen aus Bambus bis sie abreiste. Das Essen war sehr gut, alles frisch und relativ günstig. Abends gab es ein Lagerfeuer an dem sich die Besuchertrafen und bei Bier und Joints ihre Erlebnisse teilten. Es gab einen Wäschedienst und rund herum standen Palmen die ein Jungelfeeling mit sich brachten. DIe Nächte waren ruhig und erholsam. Etwas kalt aber auszuhalten.

Pancake House Sauraha

Jeden Morgen ging ich zu Martina und verspeiste einen Pancake. Dazu gabs meistens Tee. Martina war in den 90ger Jahren nach Sauhara gekommen. Sie erzählte ihre Geschichte mit einer großen Herzlichkeit. Natrülich geht es auch ums Geschäft. Wie jeder Nepali begrüßte auch sie ihre Gäste mit einem Namaste und einem Lächeln. Ob ihr immer wirklich zum Lächeln zu Mute war, weiß ich nicht. Das Leben in Sauhara ist noch ärmer und die meisten Menschen lebten entweder vom Gemüseanbau, Elefantentourismus (der mich sehr berührte, da die Tiere nicht viel Auslauf haben und eher in den Jungel gehören) oder haben kleinere Shops in denen man alles Notwendige erwerben kann. Oder sie haben ein Hotel die aber so gut wie alle keine Gäste zu vermerken hatten, da keine Saison war im Dezember. Martina hatte jedenfalls ihren Laden der ganz gut lief. Neben den Pancakes verkaufte ie selbstgemachten Schmuck aus Recyclingmaterial und kümmerte sich ehrenamtlich um die Straßenhunde im Dorf. Wenn Du also mal nach Sauhara fahren solltest empfehle ich die Pancakes von Herzen. Jedes Trinkgeld geht an die Hunde, so sagte es mir Martina.

Einen Tag zu Fuß im Jungel

Sauraha liegt unmittelbar am Chitwan Nationalpark. Als Einkommensgrundlage bieten viele kleinere Agenturen Touren für Touristen durch den Jungel an. Adrian der ebenfalls mit Anke und mir angereist war, war Feuer und Flamme. Also buchten wir einen Tagesausflug in den Nationalpark. Am kommenden Morgen trafen wir uns vor der Agentur für die Tour und gingen hinunter zum Fluß an dem wir uns mit den beiden Guides treffen wollten. Die Tagestour begann mit einer Kanufahrt die etwa 45 Minuten dauerte. Tief im Wasser sitzen (das Kanu war sehr tief) und schaukelnd fuhren wir im morgendlichen Dunst den Fluß hinunter. Es gab nicht viel zu sehen. Ab und an sagte einer der beiden Guides welchen Vogel wir gerade hören würden. Er erzählte uns wie hoch das Wasser stehen würde bei Flut und sonst saßen wir gespannt im Kanu.

Nach einer Weile kamen wir an einer Stelle am Uferrand an und stiegen aus den Kanus. Die beiden Guides machten uns darauf aufmerksam, dass wir nun im Jungel sein und uns leise verhalten sollten damit eventuelle Tieger, Elefanten und Nashörner nicht verschrecken. Es war schon sehr imposant im Jungel zu stehen. Feuchte Luft und überall Baume und Sträucher. Affen flogen von Baum zu Baum und ab und zu fanden wir eine Tiegertapse im Sand. Schnell wurde mir etwas langweilig da ich mir mehr Tierbegegnungen erhofft hatte. Wärend der Tageswanderung legten wir insgesamt 15 Kilometer zurück. Wir wanderten quasi durch Welten. Die Umgebung änderte sich schlagartig. Mal war es Schlammig, dann wieder furztrocken. Die Sonne lachte den ganzen Tag. Zwei mal machten wir Pause, aßen etwas und gingen dann weiter. Anke hatte das große Glück und fiel bei einer Überquerung eines Baches in diesen. Zu meiner großen Verwunderung war sie, obwohl sie bis zur Hüfte komplett durchnäßt war, total entspannt. Ich wäre ausgeflippt denke ich, aber Anke nah es total gelassen. Eventuell lag es daran, dass es nur Wasser war und keine Schlange sie in den Hinter biss. Am Vorabend war sie etwas aufgeregt, sie machte sich ernsthaft Sorgen ein Nashorn würde sie eventuell auf einen Baum jagen oder sie würde von wilden Elefanten gejagt werden. Am Ende des Tages sahen wir ein Nashorn. Mich hat es nicht gewundert, denn wenn ich ein Nashorn wäre, würde ich die Menschen auch meiden. Würde ganz entspannt irgendwo schlafen und mich nicht sehen lassen. Die Guides machten sich sichtlich Sorgen um ihr Business. Ich jedenfalls fand den Tag im Jungel bereichernd. Egal ob es nun Tieger sind oder einfach nur die Erfahrung mit guten Menschen im Jungel Nepals gewesen zu sein. Am Ende zählt das was man draus macht.

Morgen geht es zurück nach Kathmandu in die Berge. Habe dort ein kleines gutes Appartment gefunden in dem ich bis Abflug bleiben werde. Kann sich aber auch alles noch ändern. Namaste