Abschied auf ein Widersehen

Die letzten Tage in Kopan vergingen sehr schnell. Einige Teilnehmer gingen schon andere blieben noch bis zum Ende. Wärend dieser Tage war ich mit Linsey einer Australierin noch einen Taglang unterwegs. Dazu schreibe ich Anschluß ausführlicher. Der große Abschluß des Kurses machte die Long Life Pudja für Lama Zopa. Zu dieser Zeremonie kamen insgesamt 2000 Gäste inkl. aller in Kopan lebenden Mönche und uns. Die Pudja ist ein mehrstündiges spirituelles Event bei dem dem Lama unter Anderem Geschenke überreicht werden, stundenlange Gebete und Matras aufgeführt werden und Besucher vom Lama gesegnet werden. Die Gesänge wärend der Pudja sind nicht nur akkustisch ein Klangerlebnis. Die ganze Gompa ist voller Mönche und Nonnen die ausdauernd singen. Hin und wieder tauchen dann tibetische Trompeten und Pauken auf, der Lama schwingt seine Gebetsglocke und singt mit. Fantastisch so etwas zu erleben auch wenn man lange sitzen muss. Nach der Pudja gab es ein großes Buffet vor der Gompa. Alle Gäste essen verteilt auf dem Klostergelände ihr essen und tauschen sich aus. Ich saß mit Linsey auf einem Dach und wir unterhielten uns über die letzen 30 Tage. Zwei Tage später flug Linsey zurück nach Hause nach Australien.

Nicht mehr viele waren übrig gelbieben und das Kloster wurde immer stiller. Manchmal wollte man diese Stille wärend des Kurses. Jetzt war sie etwas nüchtern. Mein Zimmerkumpel Quinn war noch gelbieben. WIr tauschten uns aus, hinsichtlich des nächsten Reiseziels. Auf dem Schrim steht nun Malaysia mit Hauptziel Kuala Lumpur als Basis, wie Quinn es nannte. Gebucht ist schon also bald gibts mehr aus Malaysia.

An meinem letzten Tag fuhr ich nach Bhaktapur. Dort traf ich Pramesh für einen Tag. WIr machten uns einen gemüdlichen Abend mit Anke, die wir in Bhaktapur trafen. Mit Anke sollte es am nächsten Tag nach Sauhara zum Chitwan Nationalpark gehen. Dazu mehr in dazugehörigen Post (abgefahren kann ich versprechen).

Ich denke ich werde im kommenden November wieder nach Kopan fahren. 30 Tage sind lang und der Input war sehr hoch. Sollte ich fahren dann ab Mitte November, denn dann teacht Lama Zopa und darum geht es mir vorallem. Mal sehen was bis dahin geschiet auf meiner Reise.

„One Day with Linsey“

Wie gesagt habeich in Kopan viele gute Menschen kennengelernt. Darunter war Linsey aus Australien. Großes Herz und große Klappe (positiv). Aufgedreht wie ein Trommelmännchen ging ich einen Tag mit ihr auf Kathmandu-Expedition. Wir wollten einen drauf machen. Unser Tag startete an der Boudha-Stupa wo wir ein einfaches Omlett und Toast zum Frühstück verspeisten. Nach diesem gingen wir los und kauften Bananen bei einem kleinen freundlichen Straßenhändler. Dann gingen wir wieder zurück zur Bodhanath-Stupa und gingen, wie die meisten auch, im Uhrzeigersinn um die schöne große Stupa. Drehten an den Gebetsmühlen und spendeten die gerade gekauften Bananen an alte Omis, die kaum noch Zähne hätten und Obdachlosen die eigentlich um Geld bettelten und uns ganz erstaunt ansahen, wenn Linsey ihnen, mit frechem aber liebevollem Mundwerk klar machte: „Entweder Bananen oder nichts“.
Nach unserer „merit“-Aktion wollten wir weiter zur Freak Street. Wir suchten uns ein Taxi, Linsey maulte den Fahrer an bis wir einen guten Preii hatten und fuhren zur Freak Street bei der wir ca. 30 Minuten später ankamen.

Als erstes sahen wir unter einer Decke schlafend ein Kind auf der Straße liegen. Vor ihm stand eine Bettlerschale. Kind und Schale waren so verstaubt wie die Blätter aller Pflanzen an den Straßenrändern. Grauenhafter Anblick. Hier haben wir die letzten Bananen in die Bettlerschale gelegt in dem Glauben, dass Kind würde sie später essen können. Dann schlängelten wir uns kreuz und quer durch ein paar Seitenstraßen bis wir an der Freak Street ankamen. Die Freak Street war vor langer Zeit das Hippieviertel Kathmandus. Es ist es heute noch, wenn auch anders, wie uns ein freundlicher Mann aus einem der vielen Straßenländen erzählte. Linsey und ich gingen auf den Markt der sich unmittelbar vor dem SUGAT Hotel, dem ältesten Hotel Kathmandus, befindet. Was wir dort gesucht haben brauche ich sicher niemandem erklären. Die Stichwörter sind „HIPPIES“ oder „SADUS“. Als wir alles vom Markt besorgt hatten ging es mit dem Taxi weiter zum Pashupatinath Tempel im Hindudistrik nahe dem Flughafen Kathmandu.

Für diejenigen die noch nicht in Pashupatinath waren und wissen was man sich dort interessantes und bewustseinerweiterndes ansehen kann, möchte und werde ich folgenden Abschnitt etwas mehr ins Detail gehen. Ich möchte amerken, dass es unter Umständen mehr als skuril werden wird was den Inhalt angeht, würde mich jedoch sehr freuen, wenn Du oder Ihr weiterlesen würdet bis ans Ende. Cool.
Also in Pashupatinath kann man als Besucher zusehen wie Menschen eingeäschert werden. Ganz öffentlich und es gibt eine Tür hinter der dies geschiet. Linsey hatte das noch nicht gesehen. Ich selbst sah es bisher nur von weitem. Wir beide gingen in die Tempelanlage und gingen auch gleich zu dem Bereich wo Familien und Angehörige ihre Verstorbenen verbrennen. Das erste was ich sah war ein Körper eingehüllt in gelboranges Leinentuch, bedeckt mit wenigen Blumen. Der Leichnahm lag auf einen einfachen Holzwagen. Es gab insgesamt glaube ich zehn Feuerstellen. Diese befanden sich an einem schlammigen Fluß, der durch den Distrikt verlief (siehe Foto in der Galerie). Linsey und ich setzten uns auf die andere Seite des Flußes und konnten so mit ansehen wie der ganze Abschieds- und Verbrennungsprozess ablief. Bei jeder Verbrenunng gab es einen Mann der nicht zur Familie gehörte, er war für mich wie ein Bestatter – der Feuermann, so habe ich ihn gelabelt.

Ablauf einer Verbrennung in Pashupatinath
Der Feuermann holte einen Wagen mit Holzscheite und baute aus diesen eine Art Bett auf das der Leichnahm gelegt wurde. Voll konzentriert und fokussiert nahm er Scheit für Scheit und legte diese zu einem Turm mit drei ebenen. Darauf wurde nun der Verstorbene gelegt. Anschließend nahm der Feuermann die gelborangen Stofftücher vom Leichnahm bis dieser nur noch von einem weißem Tuch bedeckt auf dem Holzstapel lag. Das Tuch wurde vom Gesicht der Toten gezogen, so dass das Gesicht frei lag. Ein Familienmitglied der Verstorbenen, ich denke es war ihr Ehemann, wurde zum Leichnahm gebracht. Es ging langsam und wurde von einem Freund gestützt. Er war sichtlich betroffen und in Trauer. Der Ehemann wurde drei Mal um die tote Frau geführt wobei der Ihr Blumen auf das Gesicht legte und sich weinend von ihr verabschiedete. Dann bedeckte der Feuermann den Leichnahm mit im Flußwasser getränkte Strohballen und streute Breenpuder (Brennstoff wie Puder) unter den Körper der Frau. Er übergoss sie also nicht mit benzin oder so. Dann setzte er das Puder in Brannt, so dass der Holzhaufen von unten anfing zu brennen. Wie gesagt, das alles machte nur der Mann in der weißen Hose. Ich erfuhr das ihn nach einer Verbrennung niemand für die folgenden drei Tage anfassen darf.
Nun brannte das Holz in immer größeren Flammen nach oben weg. Durch die Hitze verdampfte das Wasser aus den Strohballen. Nach etwa 60 Minuten war das Stoh verkokelt und man sah wie der Leichnahm dampfte. Rauch zog von ihm hoch, es muss unwahrscheinlich heiß gewesen sein.

Pashupatinath Tempel Nepal

Es zischte und immer wieder kam der Feuermann mit einem langem Bambusstab (kein Stock) der sicher drei Meter lang gewsen und im Durchmesser 10 Zentimeter hatte. Mit diesem stocherte er immer wieder in den Körper der toten Frau. Der Ehemann war inzwischen weggegangen. Nach weiteren 30 Minuten war auch das Holz sehr weit runter gebrannt. Der Körper war nur noch skeletartig zu erkennen. Die Glieder waren vom Fleisch befreit, so auch Kopf und Oberkörper. Der Feuermann nahm seinen Bambusstab und versuchte die noch verbundenen Körperüberrest zu drehen, damit diese weiterverbrennen konnten. Dabei zerbrach der Körper mit einem SCHNAPP in zwei Teile. Oberkörper und Unterkörper trennten sich ruckartig in Höhe des Beckens. Dann wurde Holz nachgelegt und mit Brennpulver wurder erneut angeheizt.

Pashupatinath Tempel Nepal

Ich denke Linsey und ich saßen dort für etwa drei Stunden bis wir einen Verbrennungszyklus angesehen hatten. Die Asche wurde am Ende in den Fluß gekehrt und ein weiterer Leichnahm fand Platz auf der Stelle wo eben noch ein Mensch bestattet wurde. Alle zehn Feuerstellen waren besetzt es war unfassbar.

Pashupatinath Tempel Nepal

Nach Pashupatinath sind Linsey und ich wieder zum Boudhanath gefahren. Dort saßen wir bis Spät Abends in einem Roofcafe und haben uns über die drei Stunden in Pashupatinath unterhalten. Haben gelacht weil wir beide ja das Gleiche sahen aber eben anders wahrgenommen hatte. Tranken ein paar Bier und rauchten das letzte Hash was in Pashupatinath übrig blieb.